„Wir wollen, dass Ihr bleibt“ - Gemeinsame Erklärung

Veröffentlicht am 20.05.2020 in Presse
Aktionsbündnis Continental

Aktionsbündnis für
den Standorterhalt und die Beschäftigungssicherung
Continental Babenhausen


Hintergrund: Im September 2019 hat die Konzernleitung von Continental Automotive GmbH den massiven Stellenabbau, Teilschließungen und die Auslagerung ganzer Bereiche am Standort Babenhausen angekündigt. 2250 Beschäftigte aus Fertigung, Verwaltung und Entwicklung sind davon betroffen. Die unvermittelte unternehmerische Entscheidung trifft die 3700 Frauen und Männer starke Belegschaft tief und stellt die Existenz des Standortes in Frage. Sie hat weitreichende Folgen auch für die Stadtgesellschaft von Babenhausen und die gesamte Region. Gemeinsam mit der Gewerkschaft IG Metall kämpft die Belegschaft um die Sicherung der Arbeitsplätze und den Erhalt des Standortes:
Ihr Motto: „Was wollen wir: Wir bleiben hier!“

Gemeinsame Erklärung

Wer wir sind und wofür wir stehen:
Das Aktionsbündnis für den Standorterhalt und die Beschäftigungssicherung bei Continental Babenhausen ist ein partei- und einrichtungsübergreifender Zusammenschluss engagierter Akteur*innen aus Babenhausen und aus der Region. Es solidarisiert sich bewusst im breiten Verbund von Vereinen, Parteien, Gewerkschaften, Kirchlichen Einrichtungen, Verbänden wie auch Einzelpersonen mit der Belegschaft von Continental und unterstützt diese in ihrem Kampf für den Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze. Das Bündnis schließt sich inhaltlich dabei der in der Stadtverordnetenversammlung am 5.3.2020 ohne Gegenstimmen verabschiedeten Resolution „Solidarität mit der Belegschaft von Continental Automotive GmbH in Babenhausen“ nebst Begründung an.
Die Stärke des Bündnisses liegt in der Offenheit und Unterschiedlichkeit seiner Zusammensetzung und in der gegenseitigen Achtung. Es profitiert von den Kräften, die jede/r Akteur*in einbringt.
Was uns bewegt:

  • Die Größenordnung und der Zeitpunkt des Kahlschlags bei Continental werfen kritische Fragen auf über Vorgehensweise und Intransparenz der Unternehmensleitung gegenüber der Belegschaft und deren Arbeitnehmervertretung, wie auch gegenüber der Stadtgesellschaft.
  • Wir nehmen wahr, dass unternehmerische Entscheidungen ohne Einbezug der Mitbestimmung vollzogen werden. Die ausschlaggebenden Gründe für Maßnahmen bleiben auch den politischen Akteurinnen und Akteuren in Babenhausen undurchsichtig oder intransparent.
  • Wir vermissen die Offenheit gegenüber Anregungen und Ideen für alternative Lösungen anstelle des Personalabbaus. Das Know-How der Belegschaft bleibt nahezu ungehört und ungenutzt.
  • Der Umbau/ Abbau des Standortes greift in die Lebens- und Infrastruktur der Region ein und schafft prekäre Situationen auch in anderen vom Großbetrieb abhängigen Branchen.

Im Mittelpunkt steht die Sorge um die Menschen, die nach oft jahrzehntelanger Beschäftigung ihren Arbeitsplatz und die Sicherung ihres Lebensunterhaltes verlieren.

  • Der Abbau trifft Beschäftigte jeden Alters und jeder Qualifikation
  • Hinter jeder und jedem Beschäftigten stehen Familien/Kinder.
  • (Ältere) Beschäftigte fürchten um adäquate Möglichkeiten am Arbeitsmarkt
  • Unsicherheit und (Zukunfts-)Angst vor Arbeitslosigkeit, sozialem Abstieg, Hartz IV
  • Es bleibt die Frage: Was ist/war meine Arbeit wert?

Wie wir handeln:
Die Unterstützung der Belegschaft von Continental durch das Bündnis geschieht in enger und kontinuierlicher Absprache mit der Belegschaft durch Vertreter*innen des Betriebsrates und der IG Metall. Die Bündnisarbeit vernetzt und koordiniert, aber beeinträchtigt nicht die Eigenständigkeit der Bündnismitglieder und Unterstützer*innen.
Das Aktionsbündnis

  • verfolgt kritisch die Entwicklungen bei Continental, verfolgt Medienberichte, holt Informationen ein und tauscht sich darüber aus.
  • schafft sichtbare Zeichen und Orte der Solidarität durch Beteiligung an Aktionen, Demonstrationen aber auch durch persönliche Statements und Gespräche
  • bezieht konzertiert und öffentlich kritisch Stellung
  • bildet ein Forum für Veranstaltungen und Aktionen
  • setzt auf Vielfalt und Kreativität – beides ist ausdrücklich gewünscht.

Wie wir miteinander arbeiten: Wir nutzen die Ressourcen aller Akteur*innen im Bündnis, respektieren uns gegenseitig im Umgang und in der Unterschiedlichkeit und machen uns zur Aufgabe, die Belegschaft im Kampf um Standort- und Arbeitsplatzerhalt zu unterstützen – solidarisch und gewaltlos, aber konsequent.
Das Bündnis ist selbstverständlich (welt-)offen. Antidemokratische Bestrebungen oder menschenverachtendes, rassistisches Gedankengut haben im Bündnis keinen Platz.
Das Bündnis wird derzeit getragen und unterstützt von: Alphabetische Auflistung
Betriebsrat Continental Automotive GmbH Babenhausen
Beschäftigte/ Vertrauensleute Continental Automotive GmbH Babenhausen, Paula Zöller, Anne Nothing
Jugend- und Auszubildendenvertreter (JAV) Continental Automotive GmbH Babenhausen, Nick Jalowy , Sascha Stampfer, Tom Pusch, Robin Schäfer, Loic Rapp
CDU Fraktion Babenhausen, Reinhold Gottstein (stell. Vorsitzender)
DGB Kreisverband Darmstadt-Dieburg
DIE GRÜNEN, Stadtverband Babenhausen, Manfred Nodes (Vorsitzender)
Edward Flanagan-Schule Babenhausen, Ute Teuchner, Leitung Stufe zur Berufsorientierung
Emmaus-Gemeinde Babenhausen, Pastor Burkhard Heupel
Evangelisches Dekanat Vorderer Odenwald, Annette Claar-Kreh (Ref. Gesellschaftliche Verantwortung) mit den Evangelische Kirchengemeinden im Stadtgebiet Babenhausen
Gewerbeverein Babenhausen e.V., Silke Kasamas (Vorstand)
Katholische Arbeitnehmer*innen und Betriebsseelsorge Südhessen, Ingrid Reidt
Katholisches Dekanat Dieburg, Andreas Reifenberg
Katholische Pfarrei St. Josef Babenhausen
Kolping Bezirksverband Dieburg, Sandra Jäger (Ober-Roden)
Kolping Bezirksverband Seligenstadt, Achim Sontowski (Seligenstadt)
Kolping Diözesanverband Mainz, Klemens Euler (Eppertshausen)
IG Metall Darmstadt, Daniel Bremm, Jochen Homburg, Max Zeiher, Ulrike Obermayr
SPD Ortsverein Babenhausen, Simone Kirchschlager (Vorsitzende), Renate Wellenberger (Vorstandsmitglied)
Stadt Babenhausen, Bürgermeister Joachim Knoke
Stadt Babenhausen, Sozialausschuss, Monika Heinlein (Vorsitzende)
Stadt Babenhausen, Wirtschaftsförderung, Sylvia Kloetzel
Vereinsgremium Babenhausen, Helmut Fendt
Reinhard Frankl, Mitglied DGB-Kreisvorstand Aschaffenburg
Dominik Stadler, Babenhausen
Thomas Stein, Eh. Betriebsratsvorsitzender H+M Lager Großostheim
Das Bündnis ist offen für weitere Akteur*innen und ermutigt weitere Personen und Organisationen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft, sich zu beteiligen.

Kontakt/ Ansprechpartner*innen:
Joachim Knoke, E-Mail: Joachim.Knoke@babenhausen.de
Daniel Bremm, E-Mail: daniel.bremm@igmetall.de
Paula Zöller, E-Mail: paulazoeller888@gmail.com

 
 

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Alle Informationen hierzu finden Sie in dieser Facebook Gruppe (externer Link).

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